Ein Stück goldener Kuchen, obendrauf eine lila Creme, ein paar Hanfsamen drüber. Sieht fast zu schön aus, um ihn aufzuessen.
Dieses Rezept kommt nicht von uns, sondern aus unserer Community. Elma (auf Instagram @elmagrss) hat es gebacken und uns getaggt, weil sie unseren Sticky Chai für die Chai-Infusion benutzt hat. Wir haben es nachgebacken, ein bisschen an Mengen geschraubt und für dich aufgeschrieben.
Das Besondere: Der Chai-Geschmack kommt nicht aus Pulver oder Aroma, sondern aus einer echten Infusion mit ganzen Gewürzen. Du ziehst dafür Sticky Chai über Nacht in kalter Hafermilch, also als Cold Brew. Das braucht etwas Vorlauf, lohnt sich aber. Vegan, glutenfrei, ohne Industriezucker.
Was diesen Kuchen besonders macht
Drei Sachen.
Erstens, die Cold Brew Chai. Statt Chai-Pulver mit Zucker als erster Zutat ziehst du echten Sticky Chai in kalter Hafermilch über Nacht. Dadurch kommt der Geschmack der ganzen Gewürze (Kardamom, Zimt, Ingwer) sanft in die Milch und damit in den Teig, ohne bitter zu werden.
Zweitens, die Farbe. Kurkuma gibt dem Boden dieses kräftige Gold. Dazu die violette Blaubeer-Cashew-Creme. Der Kontrast macht optisch echt was her.
Drittens, die Zutatenliste. Buchweizen- und Mandelmehl statt Weizen, Bananen und Chia statt Ei und Industriezucker. Passt zu dem, woran wir bei Mangala glauben: echte Zutaten, nichts Künstliches. Mehr zum Thema Chai ohne Industriezucker haben wir hier aufgeschrieben.
Bevor du loslegst: den Cold Brew Chai (am Vortag aufsetzen)
Das ist der einzige Schritt, der Planung braucht. Mach ihn am Abend vorher.
Nimm 180 ml kalte Hafermilch und 18 g Sticky Chai (etwa 4 gehäufte Esslöffel). Gib den Chai in die Hafermilch, deck es ab und lass es über Nacht im Kühlschrank ziehen. Am nächsten Tag durch ein feines Sieb abgießen. 180 ml gewürzte Chai-Milch, fertig für den Teig.
Warum kalt in Milch statt heiß in Wasser? Weil die ätherischen Öle der Gewürze langsam und vollständig in die Milch übergehen, ohne dass der Tee bitter wird. Plus: das Fett in der Hafermilch nimmt die Aromen besser auf als reines Wasser. Du kriegst mehr Aroma, weniger Schärfe. Wir haben der Methode einen eigenen Artikel gewidmet, hier zu Cold Brew Chai.
Zutaten
Für den Kuchen (eine kleine Kastenform oder 18 cm Springform)
- 200 g Buchweizenmehl
- 100 g Mandelmehl
- 2 EL Backpulver
- 2 EL Chiasamen
- 2 reife Bananen (oder 1 reife Banane plus 1 Ei, wenn du nicht vegan backst)
- 1 EL Mandelmus
- 180 ml Cold Brew Chai (siehe oben, mit Hafermilch angesetzt)
- 3 bis 4 TL Kurkuma (oder 2 EL, wenn du es besonders golden willst)
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Tonkabohne (optional, sparsam dosieren)
Für die Blaubeer-Cashew-Creme
- 80 g Cashews (über Nacht eingeweicht)
- 80 g Blaubeeren (frisch oder TK)
- Saft einer halben Zitrone
- 1 TL Zimt
- Pflanzenmilch nach Bedarf (Hafermilch passt gut, mehr dazu hier)
Zum Bestreuen
- Hanfsamen (oder was du magst: gehackte Nüsse, Kokosflocken, mehr Blaubeeren)
Schritt für Schritt
1. Der Kuchen
Heiz den Ofen auf 180°C vor.
Misch in einer Schüssel alle trockenen Zutaten: Buchweizenmehl, Mandelmehl, Backpulver, Chiasamen, Kurkuma, Salz und die Prise Tonkabohne (wenn du sie nimmst).
Zerdrück die Bananen mit einer Gabel und verrühr sie mit dem Mandelmus.
Gib jetzt alles zusammen, trockene und feuchte Zutaten, plus die 180 ml Cold Brew Chai. Verrühr alles gründlich. Falls der Teig zu fest ist, gib nach und nach etwas zusätzliche Pflanzenmilch dazu, bis er dickflüssig und cremig ist. Nicht zu flüssig, eher wie ein dicker Pfannkuchenteig.
Füll den Teig in eine vorbereitete (gefettete oder mit Backpapier ausgelegte) Form.
Back ihn etwa 35 Minuten. Mach die Stäbchenprobe: Wenn nichts mehr kleben bleibt, ist er durch. Schalt dann den Ofen aus und lass den Kuchen noch 5 Minuten im warmen Ofen ruhen, bevor du ihn rausnimmst. Danach komplett auskühlen lassen, sonst rutscht dir später die Creme runter.
2. Die Blaubeer-Cashew-Creme
Gib die eingeweichten Cashews, die Blaubeeren, den Zitronensaft und den Zimt in einen Mixer.
Mix alles glatt. Gib dabei nach und nach etwas Pflanzenmilch dazu, bis die Creme die Konsistenz hat, die du willst. Streichfähig, aber nicht zu flüssig.
Lass die Creme danach etwa 2 Stunden stehen und im Kühlschrank fester werden.
3. Zusammensetzen
Streich die Creme auf den ausgekühlten Kuchen. Streu Hanfsamen drüber. Fertig.
Tipps aus unserer Küche
Zur Kurkuma-Menge. Unsere Empfehlung sind 3 bis 4 TL (oder 2 EL, wenn du es besonders golden willst). Das gibt eine kräftige Farbe und eine spannende erdige Tiefe, ohne zu bitter zu werden.
Zur Tonkabohne. Sie bringt eine warme Vanille-Mandel-Note. Aber: Tonkabohne enthält Cumarin und sollte nur in winzigen Mengen verwendet werden. Eine kleine Prise frisch gerieben reicht völlig. Wenn du keine hast oder unsicher bist, lass sie einfach weg. Der Kuchen funktioniert auch ohne.
Die Bananen müssen wirklich reif sein. Braune Flecken auf der Schale sind perfekt. Sie ersetzen einen Großteil der Süße und das Bindemittel. Grüne Bananen schmecken fad und binden schlecht.
Cashews nicht vergessen einzuweichen. Über Nacht in kaltem Wasser, oder wenn's schnell gehen muss: 30 Minuten in heißem Wasser. Sonst wird die Creme körnig statt cremig.
Chia gibt Bindung. Die Chiasamen ersetzen zusammen mit der Banane das Ei. Lass den Teig nach dem Verrühren 5 Minuten stehen, dann quellen sie und der Teig wird besser zusammenhalten.
Wie's schmeckt
Der Boden ist saftig und dicht, nicht luftig wie ein Biskuit. Eher in Richtung Bananenbrot, nur würziger. Du schmeckst zuerst die Banane, dann kommt der Chai durch: Kardamom, Zimt, ein Hauch Ingwer. Die Kurkuma gibt eine leicht erdige Tiefe im Hintergrund.
Die Creme ist frisch und fruchtig. Die Blaubeere und die Zitrone bringen Säure, der Zimt wärmt nach. Zusammen mit dem würzigen Boden ergibt das ein Wechselspiel aus warm und frisch.
Würzig, fruchtig, nicht zu süß. Genau die Art Kuchen, die zu einer Tasse Chai am Nachmittag passt.
Variationen
Ohne Mixer für die Creme: Nimm fertiges Cashewmus statt ganzer Cashews und verrühr es mit zerdrückten Blaubeeren. Wird gröber, schmeckt aber.
Als Muffins: Teig auf Muffinförmchen verteilen, Backzeit auf etwa 20 bis 25 Minuten verkürzen. Stäbchenprobe machen.
Mehr Chai: Wenn du es würziger magst, nimm 24 g Sticky Chai für die Infusion statt 18 g. Kräftigerer Gewürzgeschmack im Teig.
Der Chai macht den Unterschied
Das Herz dieses Rezepts ist die Chai-Infusion. Und die ist nur so gut wie der Chai, den du nimmst. Mit Pulver, bei dem Zucker die erste Zutat ist, schmeckst du im Kuchen am Ende vor allem süß. Mit echtem Sticky Chai aus ganzen Gewürzen, kalt in Hafermilch gezogen, kommt die ganze Bandbreite rein: Kardamom, Zimt, Ingwer, Nelken, Pfeffer. Mehr zum Unterschied hier.
Wir machen unseren Sticky Chai handgemacht in Hamburg, in der 250g-Packung. Schwarzer Tee als erste Zutat, ganze Gewürze, Bio-Agavendicksaft. Hier findest du unseren Original Blend →